Die Verfilmung einer der berühmtesten Romane des 19 Jahrhunderts. Mit Alec Guinness und dem damaligen Kinderstar Ricky Schroder. Ein Muss für Nostalgiker!
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1900. Der 8 Jahre alte Cedric (Ricky Schroder), von allen "Ceddie" genannt, lebt mit seiner verwitweten Mutter (Connie Booth) in New Yorks dichtbewohnter Hester Street in einfachen Verhältnissen eines strikt republikanischen Amerikas. Sein Vater ist ein Sproß einer alten britischen Adelsfamilie. Er wurde einst von Ceddies Großvater, dem Earl of Dorincourt (Alec Guinness), enterbt. Denn er hatte damals ein Mädchen aus dem Volk und noch dazu eine Amerikanerin geheiratet – Ceddies Mutter. Der prinzipstarre Earl will nun aber kurz vor seinem Abdanken doch noch seinen Enkel und einzigen Erben kennenlernen und lädt Ceddie und dessen Mutter daher ins viktorianische Großbritannien ein.
Ceddie (Ricky Schroder) und sein altmodischer Großvater (Alec Guiness).
Während Ceddies "Mama", wie er sie liebevoll ruft, dort lediglich ein Gasthaus bezieht und darauf besteht, sich selbst zu versorgen, bewohnt ihr Sohn gemeinsam mit seinem Großvater das riesige Anwesen. Dort schließt er Freundschaft mit den Bediensteten, lernt die kilometerweiten Ländereien der Adelsfamilie kennen und sieht auch die heruntergekommenen Gegenden, in denen sich die Menschen mit Krankheiten und Armut herumschlagen müssen.
Ceddie allerdings glaubt stets an die Gutmütigkeit des Earls und schafft es, mit seiner positiven und unvoreingenommen Art, das Herz des alten Griesgrams mit jedem Tag mehr zu erweichen und ihn schon bald von seiner zurückgezogenen und verbitterten Art zu befreien.
Somit erlebt der Adelsstand der Dorincourts eine Art „menschliche Renaissance“, von der alle Dorfbewohner, Angestellten und ehemaligen Freunde schon bald profitieren. Doch die Freude darüber hält nicht lange, denn kurz darauf berichtet Havisham (Eric Porter), der Anwalt des Earls, dass dessen ältester Sohn und Bruder von Ceddies verstorbenen Vater ein uneheliches Kind haben soll, welches zuerst Anspruch auf den Grafentitel hat. Der Earl, der seinen Enkel inzwischen über alles lieb gewonnen hat, ist am Boden zerstört. Doch als sich der Gemischtwarenhändler Hobbs (Colin Blakely) und der Schuhputzer Dick (Rolf Saxon), Ceddies Freunde aus New York, in die Geschichte einmischen, keimt in dem alten Aristokraten wieder berechtigte Hoffnung auf...
Der Earl zeigt seinem Enkel die Ländereien der Dorincourts.
Kritik:
Es ist bekannt, dass die filmische Erarbeitung der „menschlichen Verbesserung“ immer funktioniert und den Zuschauer stets mitzureißen weiß. Das Prinzip, dass jemand Gutes leistet, und man seinen Weg von Anfang an begleiten darf, ist jedes Mal spannend und hinterlässt ein gutes Gefühl - und genauso funktioniert diese Geschichte. Allerdings liegt ihr Gelingen nicht nur an der liebevollen Inszinierung von Jack Gold, sondern auch an der Romanvorlage aus dem 19. Jahrhundert. Hier wird mehr als deutlich, dass ein Meisterwerk der Literatur verfilmt worden ist! Zudem wurden die Darsteller perfekt gewählt und sie wissen den Charakteren den nötigen Charme zu verleihen. Die Synchronisation funktioniert ebenfalls perfekt (bis auf das leicht nervende Kindergebrabbel von Ceddies Synchronstimme) und gibt der ganzen Verfilmung den nötigen Touch einer stilvollen Unterhaltung.
Somit ist und bleibt "Der kleine Lord" eine der besten Romanverfilmungen des vergangenen Jahrhunderts und ein zeitloser Klassiker, der seines Gleichen sucht. Cineclub-Filmtipp.
Ceddies Mutter (Connie Both) kümmert sich rührend um die Dorfbewohner.
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Hintergrund:
Den Film gibt es jedes Jahr zu Weihnachten im TV zu sehen.
In den 90ern wurde versucht, die Geschichte in der heutigen Zeit spielen zu lassen. Ein Zweiteiler enstand und Mario Adorf spielte dabei den kaltherzigen Großvater.
In der 2. Staffel der US-Serie "Scrubs - Die Anfänger" (auf DVD erhältlich) spielt Ricky Schroder in mehreren Folgen mit!