Der Drehbuchautor der beiden „Kevin allein“-Filme versucht sich erneut als Regisseur einer selbst verfassten Geschichte. Heraus kommt ein Film, in dem Arm (James Belushi) und Reich aufeinander prallen und wo ein Kind als neutrales Objekt herhält. Nette Unterhaltung mit vielen verschenkten Möglichkeiten.
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Die kleine Curly Sue (Alison Porter) schlägt sich mit Hilfe ihres Erzeugers Bill Dancer (James Belushi) soweit recht gut durchs Leben. Ein paar kleine Tricks und für etwas Essen und einen warmen Schlafplatz ist immer gesorgt. Doch als die beiden Rumtreiber einen Auffahrunfall vortäuschen, landen sie nicht nur im Leben der jungen und kinderlosen Anwältin Grey Ellison (Kathy Lynch), sondern versuchen, noch mehr Profit aus der gemütlichen Situation zu schlagen, als ihnen gut tut.
Denn Greys Lebensabschnittsgefährte Walker (John Getz) ist alles andere als begeistert von Sue und Bill. In seinen Augen handelt es sich um zwei Schmarotzer, die Greys gutmütige Seite ausnutzen und ihren Ruf auf Dauer schaden würden. Doch Grey hat vor allem die kleine Sue schon längst in ihr Herz geschlossen und vernachlässigt ihren Partner somit immer mehr. Das lässt sich Walker natürlich nicht bieten und kontaktiert das Jugendamt, welches nicht nur Sue ins Heim steckt, sondern Bill auch in den Knast. Doch niemand hat mit Greys Entschlossenheit gerechnet und so kommt alles anders, als zu Beginn noch vermutet...
Grey (Kathy Lynch) streitet sich mit ihrem versnobten Freund Walker (John Getz).
Kritik:
John Hughes' Drehbücher zu "Kevin allein zu Haus" und "Kevin allein in New York" waren große Erfolge. Zwischendurch versuchte sich der Schreiber jedoch auch selbst als Regisseur. Nachdem er 1985 sowohl das Drehbuch als auch die Regie von "The Breakfest Club" übernahm, tat er vier Jahre später bei "Allein mit Onkel Buck" und danach in "Curly Sue" das Selbe und man merkt, dass der Regisseur und Drehbuchautor gute Geschichten schreibt, die Regie aber lieber anderen Leuten überlassen sollte. Denn an seinen "Frühstücksclub"-Erfolg konnte Hughes auch hier nicht mehr anknüpfen.
Dass "Curly Sue" dennoch einigermaßen funktioniert, liegt demnach nicht an der Regiearbeit, sondern an der Story selbst und an den ansprechenden Schauspielern. Vor allem James Belushi gelingt es, sowohl den Humor als auch den ernsten Part gut zu vermitteln, und die kleine Alison Porter, die inzwischen vor allem Theater spielt, singt und spielt hier nach Lust und Laune. Derweil schafft es Kelly Lynch, den Übergang von der eiskalten Anwältin hin zur besorgten Ersatzmutter aufzuzeigen — obwohl das Drehbuch einen klaren Übergang hier arg vermissen lässt.
Grey entwickelt immer mehr mütterliche Gefühle für die kleine Sue (Alison Parker).
Der Grundtenor über die gravierenden Unterschiede zwischen Arm und Reich in Verbindung mit den teils unfairen Gesetzgebungen der westlichen Welt wird hier jedenfalls gut deutlich. Aber mit seinen oft langatmigen und unsinnig eingesetzen Szenen, sowie aufgrund der Tatsache, dass die wichtigen, charakterbezogenen Übergänge zu kurz kommen, wirkt "Curly Sue" leider manchmal etwas zu halbherzig umgesetzt, und man wird das Gefühl nicht los, dass Hughes hier krampfhaft versucht hat, nicht zu sehr ins Tragische abzurutschen. Doch genau das hätte er tun sollen, denn nur dann hätte man den Humor in diesem Film wohl eher genießen können. Dennoch bleibt die Geschichte eine gute Idee und für ein bisschen Spaß ist damit im Grunde schon gesorgt.
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Bill (James Belushi) stellt klar, dass die kleine Sue das Wichtigste für ihn ist...