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Das Ende einer Affäre |
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24.02.2000: |
Nur die Gesamtwertung: 41% |
| Genre: | Drama |
| Regie: | Neil Jordan |
| Inhalt / Kritik: | Ein Film soll es
sein, in dem es um Liebe geht. Dabei geht es nur ums Ficken. Denn wenn Schriftsteller
Maurice (Ralph Fiennes) und die anderweitig verheiratete Sarah (Julianne
Moore) unsterblich ineinander verliebt sein sollen, kann es mit Gefühlen nicht
mehr weit her sein. Zwar steigen beide eine Zeit lang regelmäßig miteinander ins Bett;
außerhalb dessen tauschen sie jedoch nur Liebesschwüre aus, die aus schwülstigen
Worthülsen bestehen und jedes innere Feuer vermissen lassen. Man sollte eben keinen
Schriftsteller über Liebe schwadronieren lassen, weil er sich so ausdrückt, als würde
jeder Satz sofort in Blei gegossen und einem bedeutungsschwangeren Schicksalsroman
einverleibt. Ein Indiz dafür, dass das Drehbuch einfach zu dicht an der literarischen
Vorlage von Graham Greene klebt. Hinzu kommt, dass Ralph Fiennes in jeder Szene so guckt,
als sei er der englische Patient in einer Klinik für Phlegmatiker. Julianne Moore zeigt
dagegen zumindest gelegentlich, dass sie auch außerhalb von Bett und Laken Empfindungen
hegt.
Diese "Affäre" steht natürlich unter keinem guten Stern. Denn Sarah ist eigentlich mit dem spröden Beamten Henry Miles (Stephen Rea) liiert. Die Ehe hat außer einer gemeinsamen Wohnung nicht viel zu bieten. Nachvollziehbar, dass frau sich da vernachlässigt fühlt und Abwechslung sucht. Mehr Abwechslung hätte übrigens auch dem Film nicht geschadet. Denn das Dreiecksverhältnis entwickelt weder Spannung noch Dramatik, weil die Figuren scheinbar losgelöst voneinander agieren. Genauso wenig originell ist der dramaturgische Griff in die Mottenkiste der Klischees: Immer, wenn eine Situation problematisch zu werden droht, öffnet der Himmel seine Schleusen, als wolle er sagen: Hey, wir sind in London, und klar, dort regnet es ständig. Der einzige Lichtblick ist ein trotteliger, übereifriger, aber liebenswürdiger Privatdetektiv, der - als Alibi-Nachweis für die angeblich allseits herrschende Eifersucht - Sarah im doppelten Auftrag von Ehemann und Geliebtem hinterher spioniert. Und das ist gleichzeitig ein Armutszeugnis für "Ende einer Affäre". Denn angetreten war man eigentlich, um ein Liebesdrama zu machen, keine Schmonzette.
Dass Neil Jordan ("The Butcher Boy", "Crying Game") sein Handwerk nicht ganz verlernt hat, kommt nur zum Vorschein, wenn ein- und dieselbe Szene aus den verschiedenen Blickwinkeln der Hauptakteure geschildert wird. Zuvor zusammenhanglose und unverständliche Handlungen und Wandlungen erhalten somit im Nachhinein einen Sinn. Abgesehen davon sollte Jordan diesen müden Film-Aufguss abhaken und sich auf seine nächste Aufgabe konzentrieren. Genau wie der Zuschauer. Denn nach anderthalb Stunden ist die Affäre zu Ende. Zum Glück. |
| Originaltitel: | End of the Affair, The (1999) |
Dieser Film wurde bewertet von: |
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