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Grey Owl

  
Organstreitigkeiten: Vom Verstand her ist "Grey Owl" ein übles schulmeisterliches Machwerk - es fühlt sich aber ganz gut an.
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Starttermin
Name

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Länge Unter-
haltung
Span-
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Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

13.04.2000:
Grey Owl

nur die Gesamtwertung: 50%

  
Genre:

Drama

     
Regie: Richard Attenborough
  
Inhalt & Kritik:

von
abu

Bitte ziehen Sie die Köpfe ein. Leisten Sie keinen Widerstand und hören Sie einfach zu. Der folgende Film entstand nicht aus Spaß, sondern um eine große Botschaft zu transportieren - die Botschaft von der Gefährdung der Natur und dem sensiblen biologischen Gleichgewicht. Dieser Botschaft untergeordnet sind Handlung und Stil. Und das ist schon der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich mein Körper im Falle von "Grey Owl" einigen konnte. In allen weiteren Fragen und Einschätzungen herrschte weitgehende Unstimmigkeit zwischen den an einer Filmbewertung maßgeblich beteiligten Organen. Aber lesen Sie selbst.

Grey Owl

Kopf: Die Handlung: Verzogener englischer Junge steigt aus und lebt fortan in Kanada bei den Indianern. Er glaubt, ein solcher zu werden, wenn er sich nur gut genug verkleidet. Als penetranter Gut-Mensch bewirkt er die Gründung eines Nationalparks und wird dafür von heuchlerischen Weißen gehuldigt. Eine Frau gibt’s auch noch.

Bauch: Was passiert: Ein englischer Junge lebt seinen Traum von Freiheit und Gerechtigkeit bei den kanadischen Indianern. Weil er die Zerstörung der Natur hautnah mitbekommt, tut er alles, um dem Einhalt zu gebieten. Eine romantische Liebesgeschichte stellt ihn vor die Entscheidung, entweder seiner selbst gewählten Bestimmung oder seinem Herzen zu folgen.

Grey Owl

Kopf: Es ist unfassbar, wie unverschämt Regisseur Attenborough unschuldige Landschaftsaufnahmen schändet, um seinen Binsenweisheiten das nötige Gewicht zu verleihen. Das Indianer-Leben wurde schon hunderte Male verfilmt, und das weitaus spannender.

Bauch: Aber die Indianer-Romantik! Hat doch ein bisschen den Hauch von Winnetou. Und die schönen Landschaftsaufnahmen. Da bekommt man doch richtig Lust zum Aussteigen, so wie’s auch "Grey Owl" getan hat.

Grey Owl

Kopf: Die einzige Klientel, für die dieser Film auch nur ansatzweise geeignet ist, sind Fünftklässler im Heimatkunde-Unterricht. An ihnen dürfte die dumpf-brachiale "political correctness" gerade noch so ohne größere Schäden vorbeischrammen. Bei allen anderen bewirkt die "Botschaft" eher das Gegenteil: Was so von oben herab mit dem Holzhammer verkündet wird, kann nur schlecht und aufgesetzt sein.

Bauch: Aber die Erde ist doch in Gefahr, und jedes Mittel, darauf aufmerksam zu machen, geht in Ordnung. Bewundernswert ist der Mut und die Direktheit, mit der dieses Indianer-Drama seine Linie verfolgt.

Grey OwlKopf: Man hätte den verschnarchten Richard Attenbourough einfach mal ein paar Tage in die Wildnis schicken müssen. Möglicherweise wäre ihm dann die Lust aufs Filmen vergangen. Pierce Brosnan hat die Indianer-Rolle wahrscheinlich nur bekommen, weil seine chronische Gesichtslähmung schauspielerische Beschäftigung nicht mehr zuließ.

Bauch: Brosnan spielt "Grey-Owl" mit ruhiger Würde, die in den Konfliktsituationen mit seiner Geliebten Pony (Annie Galipeau) auf anrührende Weise gebrochen wird. Richard Attenborough ("Gandhi") inszeniert den Film in epischer Breite und gemessenem Tempo.

  

Tja, das waren sie, meine Organe. Ob ich sie jemals wieder dazu bewegen kann, sich gemeinsam einen Film anzusehen? Ich weiß es nicht. Aber ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

     

Dieser Film wurde bewertet von:
abu(50%)

Texte:
abu
  
  
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Grey Owl

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