Wenn einer weiß, wie man ein Publikum am besten mit einer total verdrehten Story zum Lachen bringt, dann er: Woody Allen. Und da der Meister in seinen Werken auch sehr gerne selbst die Hauptrolle spielt, begegnen wir ihm heute als Ray Winkler, genannt "das Gehirn". Während seine Frau Frenchy ihm das Essen darlegt, serviert er ihr seine schlaue Idee: Sie überfallen eine Bank, durch einen Tunnel, von einem Pizzaladen aus, zwei Häuser von der Bank entfernt – und Franchy soll die Pizza backen, während Ray und seine Kumpels den Tunnel bauen. An dieser Stelle lässt Tracey Ullman in der Person von Franchy dann auch zum ersten Mal jene Menschlichkeit und naive Liebe durchblicken, die ihren Charakter so liebenswert machen. Nach anfänglichen Protesten willigt sie ein, aber sie backt keine Pizzas sondern Kekse!
Während Frenchy (Tracey Ullman) mit Kunstkenner David (Hugh Grant) anbändelt...
"Schmalspurganoven" wäre kein Woody-Allen-Film, wenn nicht alles ganz anders kommen würde, als man denkt: Dumm und dümmer stellen sich alle beim Tunnelbau an, mehr und mehr Personen kommen ins Boot und alles dauert viel zu lange. Aber mit den Keksen verdienen die Winklers bald schon so viel Geld, dass sie plötzlich zur High-Society gehören. Aber dorthin gehören sie nur aufgrund des Gelds, nicht aufgrund der Umgangsformen. Und nun strickt Allen seinen Film einmal rundherum um sein Lieblingsthema: Schein und Sein, Stil und Profil, Ehre und Unehre der gehobenen Gesellschaft. Franchy findet in Hugh Grant ihren verliebten Lehrer, während Ray in Franchys Schwester (Elaine May) eine Zuflucht vor dem teuren Leben findet.
Immer wieder wird selbst der eingefleischte Fan durch die schnellen pointierten Dialoge gefordert. Doch erstaunlicherweise sind es die immer selteneren Auftritte von Tracey Ullman als "Francis Fox Winkler" (wie sich Frenchy nun nennt), die bewegen, ja plötzlich Mitleid mit den fehlgeleiteten Persönlichkeiten erwecken. Hugh Grant liefert eine so durchsichtige Karikatur eines Hochstaplers, dass man das Unheil förmlich kommen hört.
... sucht Ray (Woody Allen) Zuflucht bei Frenchys Schwester (Elaine May).
Logisch wie immer offenbart Woody Allen dann natürlich auch das Fazit, gleichsam die Lösung aus auswegloser Situation: Den Traum vom kleinen Glück können die Winklers nicht durch harte Arbeit und gesellschaftliches Engagement, sondern eben doch nur durch einen ganz großen Coup erreichen. Doch Ray und seine Kumpels sind halt nur Schmalspurganoven...
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Die Kumpels (u.a. Jon Lovitz, rechts) beim Tunnelbau.