Aussergewöhnliche Schönheit ruft aussergewöhnliche Reaktionen hervor. Ein melancholischer Film über die erste Liebe und Verlust, über Neid und Verlangen.
[Film bewerten]
Die Geschichte beginnt am 10. Juni 1940, der Tag an dem Mussolini Italien in den zweiten Weltkrieg führt, im sizilianischen Städtchen Castelcuto. Renato Amoroso (Giuseppe Sulfaro) erinnert sich sehr gut an jenen Tag, aber nicht wegen des Kriegsbeginns. Zum einen wurde er 13 Jahre alt und erhielt sein erstes Fahrrad, mit dem er nun zu den grossen Jungs gehörte. Renatos Erwachsenwerden ist das eine zentrale Thema.
Aber der 10. Juni 1940 ist auch der Tag, an dem er zum ersten Mal Malèna Scordia (Monica Belluci) erblickt, die Frau, die er nie mehr vergessen wird. Ihre unglaubliche Schönheit verleitet die Männer des Dorfes zu lüsternen Phantasien, in den Frauen wird hasserfüllter Neid geweckt. Und das ist das andere Thema: Die Beziehung zwischen dem Dorfvolk und Malèna.
Der 13-jährige Renato lernt die schöne Maléna (Monica Belluci) kennen...
Nach der Nachricht vom Kriegstod ihres Ehegatten wird Malèna zum Freiwild für die Öffentlichkeit. Die Männer halten sich nicht mehr zurück und machen eindeutige Avancen, und im Gegenzug stempeln sie die Frauen definitiv als Hure ab. Geächtet und verraten lässt sich die attraktive Witwe schliesslich in die Rolle drängen, in der sie die Gesellschaft sieht.
Einzig der junge Renato interessiert sich dafür, wer die Dorfschönheit wirklich ist. Er entwickelt eine eigene Art von Liebe zu ihr, die zwar erotische Träumereien nicht ausschliesst, aber dennoch nicht an der Oberfläche bleibt.
... und wird sie nie wieder vergessen.
Kritik:
Feinfühlig und in malerischer Bildersprache erzählt Giuseppe Tornatore ("Cinema Paradiso") die Geschichte von Malèna, deren aussergewöhnliche Schönheit ihr Schicksal wird. Wir sehen sie nur so, wie Renato sie erlebt hat, und fühlen uns gleich hilflos wie er, der alleine nichts tun kann um sie vor dem Mob zu schützen. Dennoch ist es sein Verdienst, dass uns das bittere Ende ein wenig versüsst wird.
Auch wenn er zu Beginn harmlos wirken mag, ist der Film keine leichte Kost. Er beschränkt sich nicht auf oberflächliches Aufdecken menschlicher Schwächen, sondern zeigt, zu welchen Grausamkeiten sich Menschen aus Neid und Intoleranz hinreissen lassen. Dabei unterlässt es Tornatore tunlichst, Malèna als schuldloses Opfer zu inszenieren – das Urteil überlässt er dem Zuschauer.
In meinem Falle ist es eindeutig: "Malèna" ist sehenswert!
Ihr habt diesen Film auch
gesehen? Dann könnt ihr ihn hier bewerten! Weiterempfehlen: