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Snatch - Schweine und Diamanten

  
Mehr geht nicht? Mehr geht doch! Guy Ritchie beweist, dass jede Gangsterkomödie zu steigern ist.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

22.03.:
Snatch - Schweine und Diamanten

**** ***** ****
***** ***** *
**** ***** 92%
  
Genre:

Gangsterkomödie

     
Regie: Guy Ritchie
  
Inhalt
&
Kritik:

von

abu

Snatch

Es soll Menschen geben, die nach Guy Ritchies erstem Film "Bube, Dame, König, GrAs" gedacht haben: "Mehr geht einfach nicht." Eine noch wirrere Handlung, noch rasantere Kamera-Gimmicks und noch gewalttätigere Slapstick-Einlagen würden wohl zum Herzstillstand des Publikums führen, fürchteten sie. Nun - nicht ganz zu Unrecht. Aber das ist, wie gesagt, Sache der Zuschauer. Mr. Ritchie scheint das eher als Herausforderung begriffen zu haben - und legt noch mindestens zehn Schippen drauf.

Denn in "Snatch" schlägt er einen Handlungs-Haken nach dem anderen. Entwirft in ein paar schnellen Skizzen einen kompletten Nebenstrang. Obwohl - Nebenstrang? Letztendlich gehört doch alles genau dahin, wo es im Film zu sehen ist. Naja, und die schillernden Einzelteile werden dann ziemlich gewaltsam zusammengepresst. Hauptsächlich mittels stilistischer Brillanz: irrsinnig schnelle Schnitte, grobkörnige Bilder (Kamera: Tim Maurice-Jones), extreme Zeitlupen und -raffer, Musik. Das funktioniert so schnell und gut - man könnte auch sagen: überfallartig -, dass zum Nachdenken keine Zeit bleibt. Der vordergründigen Wirkung hat sich alles andere unterzuordnen.

Snatch

Könnte anders aber auch gar nicht funktionieren. Und es sieht so aus, als habe Ritchie immerhin den Trick fertig gebracht, die ganze Welt zusammenzufalten und zwischen zwei Filmrollen zu pressen. Es gibt eine Mutter-Sohn-Beziehung ebenso wie groteske Bandenkämpfe, und die Geschichte des belgischen Diamantenhandels wird auch noch kurz erläutert. Zudem wird gewettet, geboxt und geklaut, was das Zeug hält. Lediglich die Liebe fehlt irgendwie: "Snatch" ist ein reiner Männerfilm, Frauen kommen höchstens am Rande vor.

SnatchAngesprochen wurde die komplexe Handlung schon. Dabei soll es auch bleiben. Denn wer wem Diamanten klaut, warum Brad Pitt (siehe Foto rechts) in einer hinreißenden Nebenrolle als vernuschelter Zigeuner besser ist als in seinen meisten anderen Rollen, und weshalb Blutspritzer auf der Windschutzscheibe noch viel größeres Ungemach nach sich ziehen - das versteht man sowieso erst, wenn man in dem Film drin sitzt.

Und das sollte man unbedingt: Denn diese ganze Kunstfertigkeit macht einen richtiggehend schwindlig und hinterlässt nach dem Film eine ordentliche Ladung an Euphorie. So dass einem das einzige Problem erst viel später bewusst wird: Im Grunde ist nämlich "Snatch" nicht nur nichts Neues, sondern vielmehr eine fast buchstabengetreue Nachverfilmung von "Bube, Dame usw.". Andererseits: Wer würde einem Fünf-Sterne-Koch vorwerfen, immer ein gleich leckeres Mahl zu zaubern? Eben. Ob Guy Ritchie allerdings noch etwas anderes kann als sein Blut-Gangster-Komödien-Süppchen kochen - das wird er erst einmal beweisen müssen. Bis dahin fressen wir ihm auch so liebend gern aus der Hand.

     
Originaltitel: Snatch
   

Dieser Film wurde bewertet von:
abu(92%)

Texte:
abu
  
  
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