Der 17jährige Igby (Kieran Culkin) heißt eigentlich Jason, doch immer wenn er in der Kindheit gelogen hat, wurde er Igby genannt, und er hat oft gelogen. Igby hat es als reicher Sohn eines gutbürgerlichen Hauses schon schwer. Sein älterer Bruder Oliver (Ryan Phillippe) ist perfekt geraten und geht auf eine Elite-Uni, doch Igby fliegt von einer Schule nach der anderen und kommt am Ende auf die Militärschule. Eigentlich macht er das alles nur, um seiner Mutter das Leben schwer zu machen. Mimi (Susan Sarandon) verbringt den ganzen Tag damit, sich zu betrinken und verschiedene bunte Pillen zu schlucken. Igbys Vater (Bill Pullman) ist seit geraumer Zeit in der Nervenheilanstalt und der einzige, der sich noch ein bisschen um Igby kümmert, ist sein stinkreicher Patenonkel D.H. (Jeff Goldblum).
Nun kehrt Igby aber im Sommer nicht von der Militärschule nach Hause zurück. Er beschließt, in New York zu bleiben und quartiert sich im Atelier von D.H.s Gespielin Rachel (Amanda Peet) ein. Mehr oder weniger interessiert hat er mit ihr schnell seinen ersten Sex. Bald trifft er die junge Sookie (Claire Danes), schon aufgrund der eigenartigen Namen passen die beiden gut zusammen. Doch auch Sookie hat die Falschheit der New Yorker Oberklasse satt und gemeinsam wollen sie nach Kalifornien fliehen.
Igby (Kieran Culkin) liebt Sookie (Claire Danes).
Kritik:
Schon durch die Abstrahierung der Umwelt erinnert "Igby" durch und durch an "The Royal Tenenbaums" von Wes Anderson. Alles ist belanglos, das eigene Ego steht im Mittelpunkt. Hinzu kommt die Apathie der Umwelt gegenüber, die Drogenabhängigkeit und das Teenager-Dasein. Dabei sind die Charaktere des Films gnadenlos überzeichnet, rutschen aber nie ins Platte ab. Ein fabelhaftes Beispiel, dass man eine Teenie-Komödie auch ohne Apfelkuchen drehen kann.
Persifliert wird im Wesentlichen die amerikanische Oberschicht und das vom dekadenten Einrichtungsstil bis zum Tomatensaft mit Selleriestange.
D.H. (Jeff Goldblum) mit seiner Gespielin Rachel (Amanda Peet).
Unterlegt ist die Odyssee Igbys zum Erwachsenwerden mit einem tollen, zeitlosen Soundtrack der ein bisschen an "Die Reifeprüfung" erinnert, aber trotzdem nicht angestaubt wirkt. Burr Steers, der zuvor selbst Schauspieler war, hat ein fabelhaftes Regiedebüt abgelegt, das zum Nachdenken anregt, Laune macht und bei dem an sich perfekt in seine eigene Teenie-Zeit zurückversetzt fühlt.
Fazit: Geniale, anspruchsvolle Tragikomödie mit viel morbidem Humor.
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