Die arabischen Brüder Paul (Sami Bouajila aus „Felix“) und Daniel (Jalil Lespert) schlagen sich aufgrund von Diskriminierung mehr schlecht als recht durch ihr Leben in Paris. Sehr natürliche Literaturverfilmung mit einer interessanten Mischung von Themen.
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Paul (Sami Bouajila) und Daniel (Jalil Lespert) sind mit ihrem Freund
Diop (Simon Bakinde) was trinken.
Inhalt:
Die Brüder Paul (Sami Bouajila) und Daniel Smaïl (Jalil Lespert) leben in Paris und haben es aufgrund ihrer nordafrikanischen Wurzeln nicht besonders einfach. Paul hat seine Diplomarbeit über Moby Dick geschrieben, liebäugelt damit, selbst Schriftsteller zu werden, und bewirbt sich auf Marketingposten. Weil das alles aber nicht so fruchtet, arbeitet er als Pizzalieferant und boxt sich in seiner Freizeit den Frust von der Seele.
Daniel ergeht es nicht viel besser. Weil er die Bewerbung bei einer Pizzeria vermasselt, hört er auf den väterlichen Rat, sich bei der Eisenbahn zu bewerben. Dort stuft man ihn jedoch als chronisch depressiv ein und würde ihn nur als behinderte Arbeitskraft einstellen. Weil Daniel blank ist, beginnt auch er, Pizzen auszuliefern. Der Taxifahrer Diop (Simon Bakinde), ein Freund der Brüder, träumt davon, Profiboxer zu werden.
Daniel findet bei Pauls Freundin Myriam (Sylvie Testud) ein wenig Halt.
Eines Tages bringt Paul mit Diop die betrunkene Myriam (Sylvie Testud) von einer Kneipe nach Hause. Er bemerkt beim Schnüffeln in ihren Unterlagen, dass sie ebenfalls Literatur studiert. Mit ihr kann Paul über die Liebe in der Literatur sprechen und er hilft ihr bei Prüfungsvorbereitungen. Schon bald machen ihre Gefühle füreinander Paul und Myriam verletzlich für die Eigenheiten des anderen.
Daniel hingegen ist viel zu sehr mit seinem eigenen Körper beschäftigt: er misst wie besessen seinen Muskelumfang, übt Posen und besorgt sich illegale Aufbaustoffe. Die machen ihn aber nicht nur appetitlos, sondern auch aggressiv. Daniel zieht bei den Eltern aus und bei Paul ein. Als ihm ein Job als Tänzer in der Sexyshow 2000 angeboten wird, sieht der frustrierte Daniel sich endlich auf der Gewinnerstraße.
Paul und Daniel arbeiten als Pizzaboten, bis sie etwas Besseres finden.
Kritik:
Sami Bouajila, bekannt unter anderem aus dem schwulen Film "Felix", spielt in "Leben tötet mich" den heterosexuellen Hauptcharakter Paul, dessen Bruder Daniel heimlich schwul ist. Das Hauptaugenmerk liegt etwas stärker auf Pauls Jobproblemen und seiner Romanze mit Myriam, doch aus seiner Sicht wird auch das Leben und die Unsicherheit und Frustration seines narzisstischen Bruders Daniel beleuchtet. Die beiden Brüder sind recht unterschiedlich und die beiden Hauptdarsteller verkörpern sie wahrhaftig und einfühlsam. Obwohl die beiden Brüder boxen und gerade Paul eine Obsession für seinen Körper hat, kommt es in "Leben tötet mich" eher zum Wort- als zum Schlagabtausch.
Paul ist mit Daniels Lebensstil nicht einverstanden.
Durch ihre nordafrikanische Herkunft sind die beiden Brüder benachteiligt. Ko-Autor und Regisseur Jean-Pierre Sinapi zeigt in seiner Verfilmung des gleichnamigen Romans, welchen Jack-Alain Léger unter dem Pseudonym Paul Smaïl herausbrachte, deutlich rassistisch motivierte Diskriminierung in Frankreich, die hinter der Romanze und den persönlichen Problemen, die durch sie ja erst entstehen, hervortritt. Die ausgewogene Mischung der Themen macht den Film überaus menschlich und authentisch, ohne dass er allzu politisch wird. Der Film interessiert sich mehr für die Figuren.
Daniel ist stolz auf seinen Körper und präsentiert ihn bei Wettbewerben.
Die Erzählung ist nicht chronologisch und macht die doch recht dünne Geschichte dadurch interessanter. Das Verständnis der etlichen Zeitsprünge wird dem Zuschauer immer wieder durch Bildmarker vereinfacht (besonders auffällig ist der schaukelnde Mülleimer), was sehr für Sinapis Regie spricht. Auch aus seinen Schauspielern holt er viel heraus. Sylvie Testud ("Jenseits der Stille", "La vie en rose") bezirzt einmal mehr mit ihrem nymphenhaften Charme. Die melancholisch-dramatische Musik fügt das restliche dazu, um das Filmerlebnis emotional aufzuladen.
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