Welche Grenzen vor allen in den Köpfen vieler US-Bürger vorherrschen, verdeutlicht dieses gesellschaftskritische Drama mit Harrison Ford, Ray Liotta und Ashley Judd. Und obwohl man hier gelegentlich in patriotische Rhetorik abrutscht, wird an Aufmüpfigkeit gegenüber einem oft zu voreingenommenen System im Grunde nicht gespart.
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Während seines Jobs als Spezialagent der Einwanderungsbehörde (ICE) gehen die Lebensgeschichten der illegalen Immigranten an dem alternden Max Brogan (Harrison Ford) nicht spurlos vorüber. Und so nimmt er sich einer jungen Mexikanerin an, die von der Einwanderungsbehörde umgehend zurück nach Mexiko gebracht wird, jedoch ihren kleinen Sohn in Los Angeles zurücklassen muss. Max bringt den Knaben nun zu dessen Großeltern, doch damit ist der Frust und Ärger, den dieser jahrelange Job mit sich bringt, noch lange nicht aufgearbeitet...
Auch Max Brogans persischer Arbeitskollege Hamid Baraheri (Cliff Curtis) und dessen eigentlich wohlgesittete Familie hat es in den Staaten nicht einfach. Vor allem Hamids Schwester Zahra (Melody Khazae) macht Schwierigkeiten, ist sie doch nicht gewillt, die Sitten und Gebräuche ihrer Familie zu übernehmen. Viel lieber genießt sie die Vorzüge der westlichen Gesellschaft und führt derweil eine Liebschaft mit ihrem Chef. Doch Hamids Bruder Farid (Merik Tadros) wird dem Treiben schon bald ein Ende setzen...
Hamid Baraheri (Cliff Curtis) muss eigentlich selten zur Waffe greifen...
Ebenfalls Probleme mit den Behörden hat die junge Schauspielerin Calire (Alice Eve), die aus Australien in die USA kam, um in Hollywood Karriere zu machen. Dabei gerät sie an den Sachbearbeiter Cole Frankel (Ray Liotta), der ihr für die erhoffte Greencard ein unmoralisches Angebot macht. Derweil versucht Cole Frankels Frau Denise (Ashley Judd), Einwanderungskindern eine Perspektive zu ermöglichen. Auch der unterbezahlte Musiker Gavin (Jim Sturgess) hat es nicht leicht. Eigentlich ist er Atheist, doch um gutes Geld zu verdienen, tarnt er sich als Jude und stößt dabei auf interessante Möglichkeiten.
Während Sacharbeiter Cole Frankel (Ray Liotta) für eine Greencard ein dreistes Opfer fordert...
Auch ein junger Asiate schafft es nur schwer, sich von seinen kriminellen Freunden zu lösen und dem Vater die nötige Ehre zu erweisen, amerikanischer Staatsbürger sein zu dürfen. Doch am Schlimmsten hat es die gläubige Islamistin Taslima (Summer Bishil) erwischt: Nach einem Referat in ihrer Schule über die Anschläge vom 11. September 2001 wird sie vom FBI verhaftet, da man in ihrem Aufsatz Tendenzen zum Extremismus erkennt und sie für eine Terrorgefahr hält. Es wird ihr auferlegt, das Land für Jahre zu verlassen - ohne ihre Familie und ohne jemals dort gewesen zu sein, von wo sie eigentlich abstammt...
All diese Menschen träumen von ihrem Recht auf Freiheit und Gleichheit im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Und während sich ihre Wege irgendwie kreuzen, beginnen die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zur Aufnahme in die so lang erwartete US-Staatsbürgerschaft...
...versucht seine Frau Denise (Ashley Judd) den Schwachen zu helfen.
Kritik:
Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dieses Motto steht wohl auch noch in hundert Jahren — obwohl schon längst das genaue Gegenteil den Alltag in den Vereinigten Staaten bestimmt. Da werden Schwarzarbeiter, die durch ihren Verdienst nur ihre bettelarme Familie ernähren wollen, verhaftet und ohne Umwege zurück in ihr Land befördert. Es wird keine Rücksicht auf persönliche Dinge genommen und viele Immigranten werden wie das behandelt, was sie für die US-Behörden sind: eine Akte. Sicherlich ist die Herangehensweise der Regierung teilweise nachzuvollziehen. Denn kein Land der Welt verzeichnet täglich soviele (gewollte und ungewollte) Neuankömmlinge, wie die USA.
Die junge und harmlose Taslima (Summer Bishil) wird vom FBI zum Flugzeug gebracht, welches sie gleich von ihrer Familie und ihrer eigentlichen Heimat (den USA) auf Jahre trennen wird...
Dennoch ist "Crossing Over" ein mit politischem Inhalt vollgestopfter Film, der die Ambitionen hat, wachzurütteln und aufzuzeigen, dass in den Vereinigten Staaten die Dinge nicht immer demokratisch und tolerant verlaufen. Demnach handelt es sich für den europäischen Kinogänger nur um einen weiteren Film über die Schwächen des 'großen Bruders'. Doch für die durchschnittliche US-Bevölkerung bietet sich hiermit einmal die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu gucken und mehr bedeutende Fakten zu erfahren, als die (teilweise von mächtigen Konzernen kontrollierten) US-TV-Sender ihrem geneigten Publikum sonst so zu bieten haben — leider lief "Crossing Over" in den USA trotz Starbesetzung nur eingeschränkt...
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Die junge Australierin Claire (Alice Eve) und der Musiker Gavin (Jim Sturgess) hoffen auf bessere Zeiten in ihrer Wahlheimat.