Der gerissene Hochstapler Steven Russell (Jim Carrey) verliebt sich im Gefängnis in seinen Mitinsassen Phillip Morris (Ewan McGregor) und verschafft beiden die Flucht. Überspitzte Farce mit flottem Tempo, so einigen Überraschungen, einer etwas fragwürdigen Botschaft, aber zwei herausragenden Hauptdarstellern.
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Hochstapler Steven Russell (Jim Carrey) ist ein Meister der Verstellung.
Inhalt:
Steven Russell (Jim Carrey) ist ein Vorzeigeheterosexueller: er ist Polizist, er ist ein vorbildlicher Familienvater und ein fantastischer Liebhaber. Nun ja, dass er Polizist ist, nutzt er aus, um seine leibliche Mutter ausfindig zu machen, und seine Familie verlässt er mir nichts, dir nichts nach einem Autounfall.
So froh ist er, überlebt zu haben, dass er beschließt, in Miami ein neues Leben zu beginnen – an der Seite seines neuen Lovers Jimmy (Rodrigo Santoro). Das süße schwule Leben mit all dem guten Geschmack und den schönen Geschenken hat aber auch seinen Preis – einen so hohen, dass Steven ihn eigentlich nicht zahlen kann.
In Miami lebt Stephen mit seinem Lover Jimmy (l., Rodrigo Santoro) la dolce vita.
Deswegen verlegt er sich auf Versicherungs- und Kreditkartenbetrug. Das geht einige Zeit gut, bis man dem Schwindler auf die Schliche kommt. So findet sich Steven bald hinter texanischen Gardinen. Im Gefängnis geschieht das Wunderbare: Steven lernt Phillip Morris (Ewan McGregor) kennen und lieben.
Fortan nutzt Steven all seine Fähigkeiten, um Phillip zu verwöhnen und in dessen Zelle verlegt zu werden, aber auch, um aus dem Kittchen auszubrechen. Nachdem ihm dies erfolgreich geglückt ist, gibt er sich als Rechtsanwalt aus und verhilft auch Phillip zur Freiheit. Nun soll ihr gemeinsames Leben erst so richtig beginnen. Doch woher das Geld dafür nehmen?
Im Gefängnis lernt Stephen den Insassen Phillip (Ewan McGregor) kennen.
Kritik:
Trotz zwei äußerst bekannter Schauspieler, nämlich Grimmassenschneider Jim Carrey ("Die Truman Show", "Der Ja-Sager") und Ewan McGregor ("Star Wars: Episode I-III", "Der Ghostwriter") war es schwer, für "I Love You Phillip Morris" einen US-Verleih zu finden. Schließlich wurde dort der Kinostart von Newmarket Films für den 30. Juli 2010 terminiert – über 18 Monate nach der Vorstellung des Films auf dem Sundance Film Festival im Januar 2009. Glücklicherweise schafft es die überraschende und flotte Hochstaplerkomödie nach wahren Begebenheiten ins deutsche Kino.
Carrey spielt Steven Russell, den gewieften Betrüger, der mit seinen mehrfachen Gefängnisausbrüchen die texanischen Behörden lächerlich machte. In diesem unabhängigen Filmprojekt kann Carey seiner körperlichen Komik wieder freien Lauf lassen und sorgt für ebenso hohen Unterhaltungswert wie die pointierte, wechselhafte Geschichte selbst.
Der naiv-blonde Phillip lebt sich als Hausfrauchen aus.
Es bereitet schelmische Freude, Steven bei seinen kreativen Täuschungen und raffinierten Ausbrüchen zuzuschauen. Auch die überspitzte Darstellung der schwulen Liebe des Narzissten Steven zu dem naiven Blondchen Phillip sorgt mit ihren Klischees für Lacher – doch bleiben einem diese erst einmal im Halse stecken. Die Überfrachtung mit Stereotypen scheint ihre Witze herabwürdigenderweise auf Kosten Schwuler zu machen. Homosexualität wird ganz altmodisch mit Kriminalität und Selbstzerstörung gleichgesetzt.
In anderen Momenten überrascht der Film durch das genaue Gegenteil: im Gefängnis wird Stevens und Phillips Liebe vollkommen akzeptiert. Zu erwartende homophobe Übergriffe gibt es dort nicht. Aber erst im Finale des Films kommt es zu einer nötigen Wende in Stevens Einstellung; erst zum Schluss wird wirklich klar, dass alles eine übertriebene, aber postmodern bewusste Farce ist.
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