In der Sicherheit seines einsamen Terrariums, hat sich das Haustier-Chamäleon, welches sich Rango nennt, gerne als Held aufgespielt. Durch einen Unfall findet sich Rango jedoch in einer staubtrockenen Wüste der südwestlichen USA wieder. Auf der Suche nach Wasser gelangt er in das Wild-West-Städtchen Dirt, wo die junge Wüstenleguanin Beans um ihre Farm kämpft, die zu vertrocknen droht.
Sich eine neue Identität gebend spielt sich Rango auch in Dirt als Held auf und wird durch etwas Glück zum Sheriff des Städtchens ernannt. Allerdings gerät er dadurch mitten hinein in die Probleme, denn die Bank wird um ihre letzten Wasserreserven erleichtert und die Stadt von der Klapperschlange Jake bedroht. Doch der Bürgermeister redet nur, statt zu handeln. Beans glaubt an eine Verschwörung. Also liegt es an Rango, den Helden in sich zu erwecken.
Kritik:
Gore Verbinski („Ring“, „Mexican“) wird nach der Fluch-der-Karibik-Trilogie als Hit-Garant gehandelt. Auch wenn bislang nicht bekannt wurde, wie hoch die Produktionskosten waren, dürfte Geld für sein neues Projekt, den Animationsfilm „Rango“, überhaupt keine Rolle gespielt haben. Er konnte nicht nur George Lucas‘ Effektfirma Industrial Light & Magic (ILM) dazu bringen, erstmals einen ganzen Film zu animieren. ILMs Animation sieht relativ gut aus, aber es verwundert kaum, dass Beans irgendwie Ähnlichkeiten zu Jar Jar Binks entwickelt hat und dass die Verfolgungsjagd im Canyon an den Todesstern aus „Krieg der Sterne“ erinnert.
Auch konnte Verbinski eine Crème de la crème von Sprechern engagieren: allen voran Johnny Depp Johnny Depp („Sweeney Todd“, „Alice im Wunderland“), der Rango mittels Emotion-Capturing nicht nur spricht, sondern auch spielt. Aber auch Isla Fisher („Shopaholic“), Abigail Breslin („Little Miss Sunshine“), Ned Beatty („Superman“, „Toy Story 3“), Alfred Molina („Chocolat“, „Spider-Man 2“) und Bill Nighy („Harry Potter 7“, „Tatsächlich… Liebe“) zählen zu den namhaften Sprechern. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls in Ordnung, zumal The BossHoss die musikalische Übersetzung verantworten.
Verbinski fungierte bei „Rango“ nicht nur als Regisseur und Produzent (neben Nickelodeon Movies), sondern er entwickelte auch die Geschichte mit Drehbuchautor John Logan („Gladiator“, „Aviator“, „The Last Samurai“). Die Handlung ist nicht übel, wenn auch etwas lahm. Wie bei vielen anderen Animationsfilmen wie „Shrek“ oder denen von Pixar versucht Verbinski den Spagat, sowohl ein junges wie auch ein erwachsenes Publikum anzusprechen.
Der Rohrkrepierer des Films ist dabei erstaunlicherweise der Humor. Das Timing stimmt nicht und Verbinski und Logan übertreiben es mit kindisch-blödelndem Ulk. Die Kettenreaktionsunfälle, Verfolgungen und Sprüche sorgen nur für müdes Schmunzeln. Selbst die in der Pressevorstellung anwesenden Kinder haben an sehr wenigen Stellen gelacht und allgemeines Gelächter gab es nur an einer, vielleicht zwei Stellen.
Johnny Depp, Paramounts Brad
Grey und Isla Fisher bei der Filmpremiere in L.A.
Verbinski und sein Autor setzen neben Albernheiten auf Verfremdungseffekt und selbstbewusste Erzählung, bei der Rango als wissender Erzähler aus der Geschichte heraustritt. Doch diese (selbstironischen?) Kommentare wirken genauso stark bemüht wie die eingebrachte Mystizität und fördern keineswegs den Spaß am Film, sondern ruinieren ihn. Das macht „Rango“ zu einer Enttäuschung.
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