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Central Station |
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24.12.1998: |
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| Genre: | Drama |
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| Regie: | Walter Salles | |
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| Inhalt / Kritik: | Willkommen zum vermutlich
ersten Film, der dem Problem des Analphabetismus einen positiven Aspekt abgewinnt: Die
pensionierte Lehrerin Isadora (Fernanda Montenegro, im Foto links) verdient
sich am Hauptbahnhof von Rio de Janeiro ein paar Real, indem sie Briefe für Leute zu
Papier bringt, die des Schreibens nicht mächtig sind. Vor ihrem kleinen Tisch spielen
sich tagtäglich Lebensschicksale im Zeitraffer ab, wildfremde Menschen öffnen ihr Herz
und ihre Seele. Doch Isadora nimmt daran keinen Anteil: Sie notiert die persönlichen
Katastrophen und Glücksmomente ihrer Kunden so unbewegt, als ob es Börsenkurse wären.
Dahinter steckt jedoch nicht Kaltherzigkeit, sondern ein Schutzmechanismus: Niemand kann
sich all dessen annehmen, er würde an der bloßen Masse der Gefühle zerbrechen. Und so
baut Isadora um sich herum eine Mauer aus Gleichgültigkeit.
Dieses Bollwerk gegen den anstürmenden Wahnsinn des Alltags bekommt erste Risse, als sie beobachtet, wie die Mutter des neunjährigen Josue (Vinívius de Oliveira, siehe Foto oben) bei einem Verkehrsunfall stirbt. Fortan weicht bei ihr die schützende Distanz etwas anderem: Kleinen, zunächst fast unsichtbaren Gesten der Zuneigung. Doch Josue reagiert nicht mit ergebener Dankbarkeit - er hat seinen eigenen Kopf. So weist er die Hilfsangebote Isadoras entweder zurück oder nimmt sie an, nach keinem erkennbaren Muster. Auch Isadora traut ihrer wiedererwachten Menschlichkeit noch nicht so recht über den Weg.. Mißtrauisch umtänzeln und beäugen sich die beiden - bis sie sich schließlich auf die Suche nach Josues Vater machen, der angeblich tausende von Kilometern entfernt leben soll.
"Central Station" setzt auf die großen Gefühle. Auf Trauer, Wut, Sehnsucht und Liebe. Aber obwohl diese Emotionen überall die gleichen sind - manchmal wirken sie in diesem Film fremd und übertrieben und treffen nicht immer ins Herz. Zumindest nicht in das eines gewöhnlichen europäischen Zuschauers. Die Interaktionen zwischen den beiden Protagonisten sind nicht nur oftmals nicht nachvollzieh-, sondern auch nicht nachfühlbar. Und das ist schade, denn der Geschichte wohnt an sich genügend emotionale Brisanz inne. Diese Distanz mag daran liegen, dass Brasilien eine völlig andere Welt ist. Zum Glück, möchte man da schon wieder fast sagen, wenn man das Elend dort sieht. |
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| Originaltitel: | Central do Brasil | |
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