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I want You |
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01.10.1998: |
Nur die Gesamtwertung: 32% |
| Genre: | Drama |
| Regie: | Michael Winterbottom |
| Inhalt / Kritik: | Wenn irgendein Prinzip "I want you"
zugrunde liegen sollte, dann ist es das Prinzip Hoffnung. Und zwar Hoffnung darauf, daß
bitte bitte endlich irgendetwas passiert. Denn ein bißchen Handlung - ganz egal, welche -
hat noch keinen Film umgebracht und ist besser als so eine statische Zustandsbeschreibung,
die mal hier- und mal dorthin wogt und wo alles weder Ursachen noch Konsequenzen zu haben
scheint.Im Prinzip ist ja nichts gegen Filme ohne eine richtige "Story" einzuwenden, aber dann sollte anstelle der Handlung etwas anderes treten. Vielleicht ein bißchen Spaß. Oder gar eine Charakterzeichnung? Möglicherweise. Allerdings nicht in "I want you". Denn bis auf die Tatsache, daß die beiden weiblichen Hauptdarsteller eine leicht nymphomanische Ader haben, bleiben sie nur hohle Figuren: "Willst du mich ficken?" fragt die eine ständig. Naja, wenigstens ist sie ehrlich, aber das reicht noch nicht aus um ihr - und hier will ich einmal gute Absichten unterstellen - Tiefe zu verleihen. Und dann ist da noch der vierzehnjährige Honda (Luka Petrusic), der sich in die wesentlich ältere Helen (Rachel Weisz) verliebt und nebenbei alle möglichen Leute belauscht und deren Gespräche auf Tonband aufzeichnet (siehe Foto).
Gäbe es an deutschen Universitäten einen Kurs "Wie sehr kann unmotivierte Inflation von bedeutungsschwangeren Motiven einem Film schaden?", würde das abschreckende Einführungsbeispiel vermutlich so aussehen wie dieser Film. Eine Kostprobe gefällig? Honda sammelt am Strand Steine für seinen Großvater, der vor dem Haus sitzt und keine andere Funktion hat als zu erklären: "Ja, das sind Fossilien, und die haben vor soundsovielen Millionen Jahren gelebt" oder "Nein, das ist nur Kalkstein". Das ist natürlich eine sehr schöne Idee, nur wirkt sie merkwürdig deplaziert. Oder eigentlich auch wieder nicht, denn solche "Ansätze" gibt es in Hülle und Fülle: Honda spricht kein Wort mehr, seit seine Mutter - Überraschung! - sich im heimischen Badezimmer umgebracht hat. So etwas ist unbestritten eine schlimme Erfahrung für ein Kind. Aber trotzdem - tut das Not? Vielleicht sollte man noch erwähnen, daß Honda, seine Schwester und der Großvater aus dem ehemaligen Jugoslawien geflohen sind. Aber das kann man sich genausogut auch schenken, denn es hat keine anderen Auswirkungen auf die "Handlung", als daß Hondas Schwester mit einem netten balkanesischen Akzent spricht.
Selten, ganz selten, verschafft der Film eine Ahnung, wie gut und auch wie poetisch er hätte sein können, wenn die Langeweile mal draußen bleibt - am ehesten bei der Badewannenszene zwischen Honda und Helen, wo man die unterdrückte Liebe der beiden förmlich spüren kann. Letzten Endes darf auch das obligatorische Quentchen Gewalt nicht fehlen. Allerdings ist es keine Gewalt, die den Zuschauer aufrüttelt oder auch nur irgendwie berührt - nein, sie läßt einfach kalt. Nun muß man fairerweise sagen, daß Michael Winterbottom nicht alleinschuldig an dem Debakel des Filmes ist. Die Hauptursache liegt beim Drehbuch: So uninspiriert und gelangweilt wie Eoin McNamee haben vermutlich nur wenige Autoren eine Arbeit abgeliefert. Da ist ein Regisseur, der daraus noch etwas machen soll, nicht wirklich zu beneiden. Selbst dann nicht, wenn er einen guten Kameramann zur Seite hat. Aber aus Stroh Gold spinnen klappt eben - leider! - nur im Märchen. |
Dieser Film wurde bewertet von: |
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