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Tief wie der Ozean

 
Langatmiges Drama über Beth Cappadora (Michelle Pfeiffer), deren dreijähriger Sohn entführt wird und neun Jahre später wieder auftaucht. Mit Whoopy Goldberg.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

12.08.1999:
Tief wie der Ozean

* - **
- ** *
***** ** 42%
  
Genre:

Drama

     
Regie: Ulu Grosbard
  
Seitenblicke: Eine traurige Frau steht am Rande einer Halle, in der ein absolutes Chaos herrscht. Vor drei Jahren, nachdem sie ihren neugeborenen Sohn verloren hatte, fiel sie in tiefe Trauer, mußte in psychatrische Behandlung. Doch das alles liegt nun hinter ihr, sie ist auf dem Klassentreffen, sieht ihre alten Freundinnen - doch Spaß hat sie nicht. Vor ihrem geistigen Auge sieht sie immer noch das Bild ihres Sohnes, wie würde Sam wohl heute aussehen - als plötzlich der kleine Ben Cappadora vor ihr steht. "Er sagt, ich soll verschwinden!" ruft er zu ihr hinauf. Sie kniet neben dem Jungen nieder: "Wer sagt das?" - "Mein Bruder. - Mir ist heiß! Ich will Pizza!" Sie kann dem kleinen Kerl diese Bitte nicht abschlagen, umsorgt ihn liebevoll, als wäre er ihr eigenes Kind. In diesen Gedanken steigert sie sich hinein. Ob Ben / Sam gegen seinen Willen festgehalten wird oder freiwillig bei ihr bleibt - wer weiß?
Einige Zeit später heiratet sie George Karras (John Kapelos), der Sam adoptiert. Die drei bilden eine glückliche Familie. Als eines Tages in einem Frauenjournal Sams Foto auftaucht und das Leid und die Verzweiflung seiner Mutter geschildert werden, erliegt seine Entführerin, die diese Gefühle aus eigener Erfahrung kennt, ihren Schuldgefühlen und begeht Selbstmord.
Sam bleibt bei seinem Vater (George), das Leben geht weiter, bis plötzlich Sams richtige Eltern kommen und ihn zu sich in die Familie holen!

Ist das nun das Ende einer neunjährigen Entführung - oder Entführung eines 12jährigen Kindes aus seiner Familie - der einzigen, die er kennt??

  

Tief wie der Ozean
Candy Bliss (Whoopy Goldberg) und Beth (Michelle Pfeiffer)

Inhalt: Das, was oben steht, ist nicht Inhalt des Filmes. Nein, hier wird die Geschichte aus der Sicht der Mutter erzählt. Beth (Michelle Pfeiffer) kommt nur schwer über den Verlust ihres Sohnes hinweg und kann sich noch viel schwerer damit abfinden, daß der zwölfjährige Sam sich an nichts erinnern kann...
  

   Tief wie der Ozean
Pat (Traet Williams) und Beth

Kritik: Irgendwie ist es schon komisch, diesen Film zu beurteilen. Auf der einen Seite kann man den Akteuren keinen Vorwurf machen. Michelle Pfeiffer, Treat Williams und die Kinder Jonathan Jackson (II), Ryan Mirriman, Cory Buck und Alexa Vega vermitteln die einzelnen Gefühlmomente sehr deutlich. Whoopy Goldberg als Super-Cop sorgt sogar für den ein oder anderen Schmunzler. Aber trotzdem erstickt der Film förmlich an der Langatmigkeit seiner Bilder und Dialoge; Spannung kommt angesichts der ausgeprägten Vorhersehbarkeit nur sehr schwer auf. Wo Regisseur Grosbard versucht hat, detailliert die Gefühle der Buchvorlage (von Jacquelyn Mitchard) in Szene zu setzen, scheitert er an den Eigenschaften des Kinofilms an sich. Jede Art von Action oder Situationskomik wird im Keim erstickt, auf eine Darstellung von Vincents Autocrash im Alkoholrausch ganz verzichtet.

Und die totale Katastrophe ist das hollywood-like an den Haaren herbeigezogene Filmende mit Happy-End. Alle Schuld wird vergeben und schon sind sie eine glückliche Familie. Bravo! Da wünscht man sich doch, dieses Buch wäre unverfilmt geblieben - diskuttieren aufgrund der anspruchsvollen Thematik der noch ungeklärten Gesetzeslage (auch in Deutschland "gehört" ein Kind immer (zuerst) den leiblichen Eltern - egal wo es zwischenzeitlich lebte) kann man auch nach der Lektüre des gleichnamigen Buches!

  

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